félelem & lélek

TRESOR RAUM, POWERGALERIE
Hamburg, Berlin, Sopron, 2012

Hinein in den Raum, der hinter der schweren Tresor-Tür liegt! Hereinspaziert in das Innerste von ZS! Die Wände sind gefliest, was es erleichtert, alles schön sauber zu halten – einfach mal drüber zu wischen, wenn das Gewissen langsam grau wird. Der Weg ist etwas schmal und nicht geradeaus – aber man befindet sich ja schließlich in dem Wirrwarr der Gefühle. Verloren geht hier kein Besucher. Dafür ist es viel zu hell. Grell hell und glatte Oberflächen – klinisch. Beste Bedingungen für eine Operation: Aufmachen, rausholen, sezieren. Am Ende des labyrinthischen Zickzack-Gangs haben Sie das Innerste erreicht. Hier gibt es Bilder, ein Video und eine Audio-Aufnahme. Nicht gerade gemütlich – aber immerhin fliegt kein Dreck, kein Fleisch und kein Kot durch die Gegend. Hier wird keiner angegriffen – nicht Sie, nicht die Gesellschaft und auch nicht irgendein System. Auch keine peinlich berührende Selbstentblößung. Nur Bilder, die in Ihrer Ruhe weniger Momentaufnahmen von Erfahrenem als Symbole der damit verbundenen Ängste und Hoffnungen sind. Sie sind herzlich eingeladen zu deuten und zu analysieren. Hilfe bekommen Sie keine. Niemand wird Ihnen sagen, ob Sie richtig oder falsch liegen. Wenn Sie nicht einmal wissen können, ob Ihre eigenen Ängste, Hoffnungen und ganz privaten Wahrheiten wahrhaftig sind, wie könnten Sie erwarten, dieses über einen anderen herauszufinden
Hereinspaziert in das menschliche Drama der steten Unsicherheit, die dem Verlauf der Zeit, der Veränderung bis hin zur Vergänglichkeit geschuldet ist, und der steten Angst, die jedes reflektierte Leben begleitet.

Julia Waldmann

2017-09-23T13:02:32+00:00