the forest

CLOUD GALLERY AMSTERDAM
Amsterdam, 2015

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As articulated theoretically by Freud, the uncanny or unheimlich is rooted by etymology and usage in the environment of the domestic, or the heimlich, thereby opening up problems of identity around the self, the orther, the body and its absence: thence its force in interpreting the relations between the psyche and the dwelling, the body and the house, the individual and the metropolis. Anthony Vidler: The Architectural Uncanny: Essays in the Modern Unhomely, Massachusetts 1992.

Ein verwackeltes Haus, ein fallender Vogel, ein Wald ohne Blätter. Das Unheimliche, so Sigmund Freud, „sei jene Art des Schreckhaften, welche auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückgeht“. Eine leichte Erschütterung, eine graduelle Verschiebung lassen das Heimelige unheimlich wirken. Die Kontrolle geht verloren – der Boden gerät ins Wanken, der Flug wird zum Sturz – das Unbewusste bahnt sich seinen Weg. The Forest – der Wald steht in der Tiefenpsychologie für das Unbewusste im Menschen. Was der Wald im Traum offenbart, entscheidet darüber, ob der Traum zum Alptraum wird. Die fotografische Serie The Forest von Zsu Szabo spiegelt die Erfahrung wieder, worin Nähe und Vertrautheit sich umkehren in einen Zustand von Einsamkeit und tiefem Misstrauen. Sich und den anderen nicht verOrten zu können bewirkt, sich nicht mehr heimisch zu fühlen. Die Entfremdung greift sowohl auf das Selbstverhältnis wie auf die Beziehung zu dem anderem zu: Ich erkenne dich nicht wieder, ich erkenne mich nicht wieder, ich erkenne uns nicht wieder. Zwei Personen erscheinen in der Serie: Eine männliche Silhouette im Gegenlicht verdunkelt und abgewandt. Die andere, die Künstlerin selbst. Ein rüschenbesetzter Kinderslip vor dem Gesicht formt eine alienhafte Maske. Freud: „Von der Einsamkeit, Stille und Dunkelheit können wir nichts anderes sagen, als daß dies wirklich die Momente sind, an welche bei den meisten Menschen nie ganz erlöschende Kinderangst geknüpft ist.“

Cora Waschke

(Die Zitate stammen aus: Sigmund Freud: Das Unheimliche, in: Imago. Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften V (1919), S. 297-324.)

2017-09-28T11:08:21+00:00