toter winkel

DZ Bank Fotostipendium
Ungarn, 2017

Die schwer herunterfallenden, alles überdeckenden Äste, der eingesperrte Wolf, die Brennnesseln – in der düsteren analogen Serie deutet alles auf Last, Hoffnungslosigkeit und Unbehagen hin. Die acht, in diesem Jahr entstandenen schwarz-weißen Fotografien gehen ausnahmslos nah ran und gestatten dem Betrachter keinen Augenblick der Leichtigkeit. Zwar trägt die Tänzerin eine fast kindliche Unschuld in sich, bleibt ihre Fröhlichkeit und Femininität hinterm Glas; wie auch die lebendige Neugierde des Wolfes, der unruhig in seinem Gehege wartet. Das Symbol der eingesperrten Persönlichkeit.

Es ist an uns, ob wir unter der wuchtigen Krone der Trauerweide bleiben, oder ob wir ihre herunterhängenden, zarten Äste einzeln auseinander nehmen. Passierte dieses, stellten wir fest, dass es sich zwischen den filigranen, kitzelnden und schützenden Blättern ein Raum auftut, der Platz für uns selbst gibt.

Zsu Szabo

2017-12-04T11:43:05+00:00